Massive Rohstoffengpässe und Lieferausfälle führen zu Preisexplosion bei allen Kunststoffgranulaten

13.04.2021

Keiner unserer langjährigen Geschäftspartner hat jemals ein gleichzeitiges Zusammentreffen der nachfolgenden Faktoren erlebt, die derzeit die Branche in Atem hält. Der Tenor aller Marktteilnehmer: die aktuelle Situation ist in dieser Form noch nie dagewesen.

Die dramatische Situation der gesamten Industrie wird u.a. getrieben von…​

  • Engpässen bei Vorrohstoffen: Ethylenvorräte (Vorprodukt zur Produktion von PE) haben sich immer noch nicht von den Auswirkungen der Hurrikane in den USA erholt; der letzte Schneesturm in Texas führte zu Ausfällen in der Infrastruktur der dort angesiedelten Petrochemie (reduzierte PE-Produktion)​
  • Niedrigen Vorräten (aufgrund der vorgenannten Faktoren)​
  • Der bevorstehenden Wartungssaison (u.a. Caprolactam Hersteller Fibrant (von KI and Tecnon zitiert))​
  • Force Majeure Situationen (PE INEOSPE SabicPA6 und PA6.6 BASFPA6 Grupa Azoty)​
  • Unterbrechungen der Lieferkette (Suez KanalContainerverfügbarkeit, Verpackungspreiserhöhungen, 
  • Feuer im petrochemischen Komplex Pemex Cangrejera in Mexiko führt zur Schließung einer weiteren PE Produktionsstätte)​

Diese Faktoren, zusammen mit der starken nachgelagerten Nachfrage aus China und der gestiegenen Nachfrage aus der Automobil- und Verpackungsindustrie (getrieben durch die Pandemie), haben zu einer Preisexplosion bei allen Kunststoffgranulaten geführt.​

Prozentualer Anstieg der Durchschnittspreise für 2020 gegenüber dem Durchschnittspreis für das erste Quartal 2021

Bereits heute wird es zu einer großen Herausforderung, ausreichend Granulat zur Erfüllung unserer aktuellen Bestellungen zu sichern. Wir sind in ständigen Verhandlungen mit unseren Lieferanten und die Versorgungssicherheit hat Vorrang vor Kosten und Preis, aber eine konstante Versorgung wird nur durch wesentlich höhere Kosten möglich sein.​

Während derzeit eine konkrete Prognose für den weiteren Verlauf eine Herausforderung ist, sind sich die Marktteilnehmer einig, dass diese angespannte Situation noch mindestens bis Ende des Jahres anhält. Unter Berücksichtigung der aktuellen April-Preistendenzen wird für die meisten wichtigen Polymere weitere 20% bis 40% Preiserhöhungen erwartet!​

Wir sehen es als unsere Verantwortung, Sie über alle Markttendenzen auf dem Laufenden zu halten. Bei Fragen oder Bedenken wenden Sie sich gern an uns. Unser Team bespricht gern mit Ihnen diese Situation.